Radtour nach Rom 2007

 

Die Fortsetzung von Mailand

Wir sind dann mal weg" lautete das Motto am 29.09. in Pölert. Was im Jahr 2000 begonnen wurde, sollte nun zu Ende gebracht werden - eine Radtour nach Rom. Vor sieben Jahren wurde in 7 Etappen nach Mailand geradelt und jetzt war geplant in 6 Tagen von Mailand-Bergamo nach Rom zu strampeln. Mit dem fast gleichen Team: Karl-Heinz Gauer, Stefan Köhl, Peter Köhl, Andreas Köhl, Udo Lorscheider, Bernd Buchheit, Hermann-Josef Detemple, Joachim Wagner, Jörg Pleines und Jochen Barthen, machte man sich per Flugzeug bzw. Auto auf den Weg nach Bergamo.


Von Bergamo nach Rom
Bei leichtem Regen bestieg man gleich nach der Ankunft die Fahrräder und steuerte die erste Etappe durch die Po-Ebene an. Begleitet von zwei italienischen Freunden, Marco und Georgio Alessio, führte die Strecke über tellerebene, teils stark befahrene Landstraßen, teils gut ausgebaute Radwege, durch die fruchtbare Landschaft der Lombardei. Die Städte Crema und Cremona wurden passiert, ca. 15 km auf dem Poradweg gefahren, um dann nach 132 km das erste Etappenziel, Fidenza, ein kleines Städtchen in der Nähe von Parma zu erreichen.
Die 2. Etappe sollte die "Königsetappe" werden, hatten die Pedalritter doch den Apennin, mit seinen beeindruckenden Bergen vor sich. Es stellte sich heraus, dass das umfangreiche Training in den heimischen Bergen eine gute Voraussetzung war, um die ca. 1600 Höhenmeter über teils 12%ige Steigungen zu bewältigen. Auf dem Paso del Cisa ( 1041 Meter) war nicht nur der höchste Punkt der Etappe erreicht, auch stellte sich der Berg als Wetterscheide dar. Diesige, feuchte Witterung wechselte zu sonnigem und warmem Wetter, das bis nach Rom Bestand haben sollte. Zwischenzeitlich ereignete sich ein Auffahrunfall, der aber mit ein paar Prellungen und einem beschädigten Fahrrad glimpflich verlief.
Es folgte eine etwa 15 km lange Abfahrt in Richtung La Spezia am Ligurischen Meer.
Tagesziel sollte die Marmor-Stadt Carrara sein. Nach 144 km wurde in der dortigen, sehr lebhaften Marina ein Hotel gefunden und der anstrengende Tag bei gutem Essen und Trinken beschlossen. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde die 3. Etappe in Angriff genommen, die über Massa und Viareggio zunächst in die nach Florenz zweitgrößte Metropole der Toskana führte, Pisa, wo selbstverständlich eine Besichtigung des "Schiefen Turms" auf dem Programm stand. Livorno, eine lebhafte Hafenstadt wurde durchfahren, um dann über die wunderschöne Küstenstraße, vorbei an zahlreichen Touristenorten mit einladenden Stränden, die Marina de Cecina, nach 123 km das Etappenziel, zu erreichen. Bernd Buchheit, Fahrer des Materialwagens und wichtigster Mann im Team, hatte auch hier wieder ein schönes Hotel in Strandnähe gebucht, das der Mannschaft die nötige Entspannung verschaffte. Die Marina de Grosseto wurde am nächsten Tag erreicht. 95 km vorbei an der Mittelmeerküste zur Rechten und den Bergen des Apennin zur Linken führten in den zwar sehr schönen aber etwas ausgestorben wirkenden Touristenort.
Schwimmen im Mittelmeer, Strandspaziergang und Sonnenbaden waren für den Rest des Tages angesagt. Die Streckenführung der 5. Etappe sollte einige Probleme mit sich bringen. Leider stand keine romantische Küstenstraße mehr zur Verfügung. Um die Autobahn ähnliche Nationalstraße zu meiden, waren die Radler gezwungen, einen Ausflug in das Landesinnere vorzunehmen, wo die Hügel der Toskana warteten und bezwungen werden mussten, eine ebenso schöne wie anstrengende Mission. Ein kleiner Abstecher führte die Truppe auf die Halbinsel Monte Argentario. Weiter ging es auf der Hauptverkehrsstraße bis nach Civitavecchia, einer quirligen Hafen- und Touristenstadt, wo Bernd für kleines Geld ein fürstliches Domizil gebucht hatte. Nach anstrengenden 138 km sorgte das angenehme Umfeld und das nahe Endziel vor Augen für entsprechend gute Stimmung.
Planmäßig wurde am Donnerstag, 04. Oktober die letzte Etappe mit dem Ziel Rom gestartet. Lediglich 90 km waren noch zu bewältigen, was auch problemlos realisiert wurde. Um 13.00 Uhr waren alle vor dem Petersdom angetreten, um die Zielankunft fotografisch zu dokumentieren.
Nach einer kurzen Stadtrundfahrt wurde das Hotel in der Nähe der Katakomben von Domitilla erreicht. Es schlossen sich zwei sehr schöne Tage, mit zahlreichen Besichtigungen und sonstigen Genüssen an. Ein gut trainiertes, harmonisches Team, gutes Fahrradmaterial, ein schönes Land mit gastfreundlichen Menschen machten die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis.