Von Pölert zum Lago Maggiore 2015

Im Regen des Brunnenfestes 2014 trafen sich die Pölerter-Radsportfreunde um die Tour 2015 abzustimmen. Nach der Tour 2000 Mailand, 2007 Rom und 2011 Lago di Garda setzte sich der Ruf nach Bella Italia wieder durch. Diesmal viel die Wahl auf den Lago Maggiore  und der Tourname „PÖ-LA-MA 2015“ wurde geboren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Start, am 27. Juni, bewahrheitete es sich wieder: „Wenn Engel reisen scheint die Sonne“(teilweise erbarmungslos), und so blieb es auf der ganzen Tour. Die Engel auf dieser Reise waren, Rainer Kropidlowski, Stefan + Peter Köhl aus Pölert,  Michael Weber aus Gusenburg, Jörg Lorscheider aus Reinsfeld, Udo Lorscheider aus Nonnweiler, Jochen Barthen aus Grimburg und zum ersten Mal dabei: Jürgen Wammer aus Beuren und Michael Deiters aus Gusenburg.

Die 1., die „Einrolletappe“ führte uns in 5:47 Stunden über 114 km von Pölert nach Kaiserslautern – Eselsführt. Über leicht welliges Geländeprofil fuhren wir vom Hochwald, durch das  Saarland in die Westpfalz. Über Freisen, Kusel, Altenglan und viele  Orte, die mit -bach enden, gelangten wir zum Hotel Barbarossahof in Eselsfürth, im Osten von Kaiserslautern.

Die 2., die „Wohlfühletappe“, war auch die leichteste. Für die 105 km brauchten wir 5:10 Stunden. Die Flachetappe führte von der Westpfalz, durch einige Täler des Pfälzer – Waldes,  an Frankenstein vorbei, ins schöne Neustadt an der Weinstraße. Der gute alte Vater Rhein wurde bei Maximiliansau überquert, um auf gut ausgeschilderten Radwegen durch Karlsruhe ins Badische zu fahren.  Am Flüsschen Alb entlang radelnd, erreichten wir schließlich Ettlingen, den Zielort  der 2. Etappe. Im schönsten Hotel der Tour wurde der Abend in einem tollen Biergarten und der Hotelbar abgerundet.

Bei der 3., der „Schwarzwaldetappe“, zeigt sich das Wetter zunächst bedeckt um dann aber auf Sonne pur umzuschwenken. An der Enz vorbei,  fuhren wir in den nördlichen Schwarzwald. Irrungen und Wirrungen in der Streckenbeschilderung bedingten, dass die Gruppe getrennt wurde und erst in Neuweiler, zum Mittagsstopp, wieder zusammenfand. Nach der Bewältigung einiger anspruchsvoller Rampen wurde das Städtchen Nagold passiert. Auf der deutschen Fachwerkstraße radelten wir durch Horb am Neckar unserem Zielort Empfingen, im Mittel-Schwarzwald, entgegen. Diesen erreichten wir dann nach   107 km in 6:40 Std., natürlich nicht ohne das vorher noch ein 3 km langer Anstieg überwunden werden musste.

Am 4. Tag ging es dann richtig ab. Auf der „Königsetappe“ mussten wir vom  Mittel- durch den Südschwarzwald bis an den Bodensee. Teils über den Jakobsweg und andere Radwege gelangten wir zu beeindruckenden Hochplateaus. Holzverarbeitende Betriebe, Landwirtschaft in der ursprünglichen Form, ohne Mais und Rapsfelder und saubere, schöne Orte, mit großen Industriegebieten, prägen das Bild dieser Gegend. Auf dem Hohenzollern Radweg, in brütender Hitze, erreichten wir Tuttlingen an der Donau. 16 – 18 % ige  Steigungen mussten bewältigt werden, ehe wir dann auf einer 20 km langen Abfahrt den Bodensee zu sehen bekamen. An der Insel Reichenau vorbei, Radolfzell durchquerend, rollten wir, nach 136 km und 8:17 Stunden im Sattel,  in Konstanz ein. Mit einigen Regenerationsgetränken in einem schönen Biergarten, unmittelbar am Bodensee gelegen, und einem total unnötigen Aufenthalt in einem Schnellimbiss ,beschlossen wir den Abend und Jürgen`s  Geburtstag.

Die 5., die „4 Länderetappe“ war auch zugleich die längste. 140 km in 7:06 Std. Von Konstanz führte die Strecke über den Bodenseeradweg, in schönster Seeatmosphäre,  durchs Appenzeller Land  nach Romanshorn, in die Schweiz. Auf dem  „Alpen-Rheinradweg“ wurden kurze Abstecher nach Österreich und Vaduz in Lichtenstein gefahren. Zurück in der Schweiz , bei 38 Grad im Schatten, gönnten wir uns ein Abkühlung im Rhein. Eine  Grillpause bot die Gelegenheit zur Stärkung für den Rest der Strecke, die durch Graubünden, an tollen Bergpanoramen vorbei, in Chur, der ältesten Stadt der Schweiz, endete. Hier machten wir dann auch die praktische Erfahrung, dass die Schweiz eine teures Pflaster ist!

Die 6. Etappe wurde unsere „Gipfeletappe“. Bis wir auf der richtigen Spur waren, wurden bei bis zu 44 Grad Hitze, Anstiege gefahren die nicht nötig waren. Aber unser Navigator Jörg lotste uns wieder auf den richtigen Weg in Richtung San Bernadino Pass. Durch dunkle Tunnels und die wunderschöne Via Mala Schlucht passierend,  erreichten wir schließlich den Fuß des Passes. Über 480 Höhenmeter, auf 8 km Länge, strampelten wir zum Gipfelpunkt auf 2066 Meter. Nach dem Gipfelfoto, dem Gipfelbier und dem Bau eines Gipfeltürmchens, mit Schneeball, ging es über fast 50 km „im freien Fall“ nach Lumino im Tessin, unserem Etappenziel. In 6:34 Stunden wurden 113 km bewältigt.

Die 7., die „Schlussetappe“ führte von Lumino über Bellinzona nach Locarno am Lago Maggiore. Von dort fuhren wir,  immer den Blick zum See gerichtet, in 4 Stunden, die restlichen 80 km, ausschließlich auf der Küstenstraße. Über Luino, Laveno und Leggiuno erreichten wir unser Hotel in Reno, unmittelbar am Strand des beeindruckend schönen Lago gelegen. Hier gönnten  wir uns, bis zur Heimreise, 2 Tage „La Dolce Vita“.

 Fazit der Tour: Ein gut trainiertes, harmonisches Team, in dem jeder sich etwas zurücknimmt, ist durchaus in der Lage, innerhalb einer Woche, 800 km Radstrecke, über 6.500 Höhenmeter, bei 44 Std. im Sattel, zu bewältigen.

Besonderer Dank gebührt Jörg Lorscheider, der die Tour super geplant und geführt hat, sowie Peter Köhl, der sehr uneigennützig den Versorgungs- und Logistikpart übernommen hatte. Mit Sicherheit war dies nicht die letzte Tour der „Pölerter-Radsportfreunde“.

 Bildunterschrift: v.l.n.r.: Michael Weber, Jochen Barthen, Rainer Kropidlowski, Jörg Lorscheider, Stefan Köhl, Jürgen Wammer, Peter Köhl, Udo Lorscheider, Michael Deiters und ??