Radtour von Pölert nach Hamburg

 

Vor zwei Jahren sollte dem Papst gehuldigt werden. Man fuhr mit dem Rad nach Rom, um festzustellen, dass Benedikt in Urlaub ist. In diesem Jahr sollte Udo Lindenberg gehuldigt werden. Man fuhr mit dem Rad nach Hamburg, um festzustellen, dass Udo in Urlaub ist.

Sei’s drum, lohnenswert war die Tour auch ohne die Begegnung mit dem „Altrocker“ !

Am 12.06. starteten die Pölerter: Udo und Jörg Lorscheider,  Stefan und Peter Köhl, Jörg Pleines, und der Gusenburger Jochen Barthen zur einer 7-Etappen-Radreise nach Hamburg.

Bernd Buchheit agierte erneut als treusorgender Fahrer des Begleitfahrzeuges. Rainer Kropidlowski konnte aus beruflichen Gründen nur am ersten Tag dabei sein.

Die erste Etappe führte über Fell, Schweich, Wittlich, über den Mosel-Maare Radweg nach Daun, nach einem Stück entlang dem Ahr-Radweg erreichte man nach 142 km das Etappenziel Blankenheim, wo in der Jugendherberge, der bemerkenswert schön restaurierten Burg Blankenheim, genächtigt wurde.

Am 2. Tag galt es zunächst die Nordeifel zu durchradeln. Nettersheim, Kall und Heimbach sind die größten Orte in diesem Streckenbereich. Dem Rurradweg folgend, vorbei an der Rurtalsperre, die Städte Düren, Jülich und Hückelhoven durchquerend, wurde in Wassenberg, nach 126 km, Quartier bezogen.

Kalkar war das Ziel der 3. Etappe, das aber nicht so ohne weiteres erreicht werden sollte.

Ortskundige schickten uns in die nahegelegene Niederlande, wo allerdings die Auszeichnung der Radwege zu einigen Irrungen und Wirrungen und Umwegen führte. Über Roedermond, Swalmen, Nettetal, Geldern und Xanten erreichten die Pedalritter, nach 132 km, den Gebäudekomplex des „Schnellen Brüters“ in Kalkar. Hier hat ein niederländischer Investor, dass ehemalige AKW, das nie ans Netz ging, zu einer Hotel und Freizeitanlage umgebaut. Nach einer geruhsamen Nacht im früheren Reaktorgebäude strahlten die Akteure am Morgen in Vorfreude auf die bevorstehende 4. Etappe.

Michael Rausch aus Gusenburg hat mit seiner Familie im münsterländischen Billerbeck seine neue Heimat gefunden. Als er hörte, dass der Streckenverlauf durch diese Region führte, hat er uns spontan zu einem zünftigen Grillabend eingeladen. Aber zunächst galt es, auf relativ flachem Profil, 126 km zu bewältigen. In Emmerich wurde der Rhein überquert um ein paar Kilometer weiter wieder in die Niederlande einzureisen. Dinxperlo, Aalten, Winterswijk wurden dort passiert. Wieder zurück in Deutschland wurde über Gescher und Coesfeld das 4. Etappenziel erreicht.

Freudig gestimmt durch die Gastfreundschaft der Familie Rausch wurde tags darauf der 5. Abschnitt in Angriff genommen. Ohne jegliche Steigung oder Gefälle, vorbei an diversen landwirtschaftlichen Gehöften, Pferdekoppeln soweit das Auge reicht, wurde, entlang dem Ems-Radweg, nach Lingen geradelt . Nach einer kurzen Rast ging es nordöstlich weiter.

Winkum, ein kleiner Ort in der  Nähe von Loningen wurde als Tagesziel auserkoren. Bernd hatte dort einen wunderschönen, zum Hotel/Restaurant umgebauten, Gutshof gebucht. Nach 132 km ließ man es sich dort richtig gutgehen, was sich entsprechend im Bestand der Tourkasse niederschlug.

Gut gestärkt ging man am 6. Tourtag den längsten Abschnitt an. Es standen 150 km auf dem Programm. Cloppenburg, Wildeshausen, Syke und Verden  waren die markanten Ortschaften auf der Strecke. Bernd bewies erneut ein gutes Händchen bei der Quartiersuche. In Langwedel, südlich von Bremen, wurde in einer Pension Einzug gehalten. Im dortigen, schön angelegten Garten, bei bestem Wetter und reichlich Kohlehydraten, in vielfältiger Form, konnte die Truppe optimal regenerieren.

Das nahe Ziel vor Augen, wurde am Morgen des 18.Juni die letzte und zugleich auch mit 113 km kürzeste Etappe in Angriff genommen. Bei sehr guten Wetterbedingungen ging es zügig, in nordöstlicher Richtung, über Rotenburg, Scheeßel nach Tostedt. Anschließend kam in den Harburger Bergen etwas Abwechslung in das sonst ausschließlich flache Profil der Etappen 3-6. Immerhin 462 Höhenmeter wurden an diesem Tag bewältigt. Von Hamburg-Harburg, wo wir erstmals in die Hansestadt einfuhren, waren es dann noch 20 km bis zum eigentlichen Ziel, den Landungsbrücken im Hamburger Hafen. Beeindruckend auf der Fahrt dorthin, war die Passage durch den „Alten Elbtunnel“. Mit dem Fahrstuhl ging es 24 Meter in die Tiefe,

ca. 430 Meter unter dem Hafenbecken durch und wieder mit dem Fahrstuhl 24 Meter in die Höhe und die Landungsbrücken war erreicht. Nach insgesamt 920 km, 3620 Höhemetern und 13 Plattfüßen wurde die Zielankunft vor dem Dreimaster Museumsschiff Rickmer Rickmers fotografisch dokumentiert.

Zur Regeneration gönnten sich die Radler noch zwei Tage Aufenthalt in Hamburg, wo die vielfältigen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten für die entsprechende Kurzweil sorgten.

Ein harmonisches, gut trainiertes Team, gutes Fahrradmaterial, schönes Wetter, vorbildliche Organisation durch Stefan Köhl, ließen die Tour zu einem bleibenden Erlebnis werden.

 

v.l.n.r.  Peter Köhl, Jochen Barthen, Jörg Pleines, Stefan Köhl, Bernd Buchheit, Jörg Lorscheider