40 Jahre Mariengrotte Hinzert 1997


 

Nordöstlich von Hinzert, unterhalb der nach Beuren führenden Weinstraße,

steht im Füllbachtal eine Mariengrotte.

Sie ist ein stiller, beliebter Gebetswinkel, umgeben von Grünanlagen am Waldesrand.

Besonders an Sonntagen verweilen hier Gläubige im Gebet oder zur Meditation.

Oft sieht man Kerzenlicht bis in die dunkle Nacht leuchten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chronik

Rosenmontag 1957: In der "Füllbach" wird ein alter Schuttplatz geräumt und zu einer Marienstätte umgewandelt.

Der Fleiß der Leute aus Hinzert war wirklich erbaulich, man spürte einen sichtbaren Auftrieb in der frommen Art des Volkes.

Die Einweihung fand an der Hinzerter Kirmes, am 30.06. statt. Es herrschte eine brütende Hitze;

vor den Häusern saßen die Menschen, die Ärmel hochgekrempelt und neben sich die Kasten mit Bier.

Die Beurener und Reinsfelder Musikkapelle (letztere uneingeladen) spielten auf.

An der Hauptstraße eine lange Autoschlange und um den Rund des Platzes die Gläubigen von weit und breit, Kopf an Kopf.
"Was sagt die Mutter Gottes den Kindern, Jugendlichen, Mann und Frau" war das Thema der Predigt.

Die Statue, eine Stiftung von den Hinzertern, kam aus der Werkstatt von L. Kiefer in Trier,

1,50m hoch in Muschelkalk und kostet 625,-DM. Goldfische hielten sich nicht im Wasser.

Oberförster Müller will weiterhin den Platz mit Sträuchern und Bäumen anpflanzen.

Der Lehrer Franz Meyer aus Hinzert legte sich mächtig ins Zeug.
Ein Tag, wie ihn Hinzert seinesgleichen noch nie erlebt hat.

(Aufzeichnung von Pfarrer Paul Schwarz in der Pfarrchronik Beuren)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


    50 Jahre Mariengrotte Hinzert 2007


 

 

Viele kleine und große Helfer freuen sich,

dass das Schmuckstück des Dorfes wieder glänzt.

TV-Foto: Hans-Josef Loch

 

 

Neue Mariengrotte in Hinzert

 

Von unserem Mitarbeiter Hans-Josef Loch

 

Sie ist in die Jahre gekommen, die 1957 errichtete Hinzerter Mariengrotte.

Deshalb wurde sie unter Regie des Heimatvereins restauriert.

Beim Kirchweihfest am kommenden Wochenende wird das gefeiert.

 

Hinzert. Wenn Pastor Paul Schwarz von Beuren seine Hinzerter Schäfchen besuchte,

führte ihn sein Fußweg stets an einem idyllischen Herrgottswinkel am Füllbach vorbei.

Er schlug den Hinzertern vor, dort eine Mariengrotte zu errichten.

Ehrenamtlich und mit gespendetem Baumaterial entstand die 1,50 Meter hohe Marienstatue mit Jesuskind.

Seitdem pilgern vor allem Hinzerter Bürger zu dem Ort, um innezuhalten,

zu beten oder einfach nur dem Alltagsstress zu entfliehen.

Jetzt war die Grotte des 128-Einwohner-Dorfes in die Jahre gekommen.

Das sah auch der 1987 gegründete Heimatverein so,

der in seiner Satzung die Pflege der Mariengrotte festgeschrieben hat.

Unter der Regie des größten Dorfvereins wurde die Pilgerstätte restauriert.

Die Figur wurde abgebaut, mit Hochdruckreiniger und anderen Geräten die mehrschichtige Farbe abgetragen

 und mit einem neuen Anstrich versehen. Eine knifflige Sache waren die Reparaturarbeiten am alten Zinkdach,

das nicht entfernt werden konnte. Drei von dem Pölerter Heimatvereinsmitglied Markus Linn gestiftete Grableuchten

wurden jetzt an einem vor dem Ruhepol postierten Eisengestell befestigt.

Bei jedem der Anfang Mai begonnenen Arbeitseinsätze waren stets bis zu 16 Bürger dabei.

,,Ohne dieses ehrenamtliche Engagement und das unentgeltlich zur Verfügung gestellte Handwerksgerät

hätte uns die Aktion rund 3000 Euro gekostet", sagt Heimatvereinsvorsitzender Ludwin Loch.

Froh und voller Lob über die fleißigen Helfer ist ebenfalls Ortsbürgermeisterin Mathilde Müller.

Die Mariengrotte, im vergangenen Jahr großer Punktelieferant für den ersten Platz im Wettbewerb

,,Unser Dorf hat Zukunft", liegt in einem romantischen Winkel, umrahmt von 100-jährigen Eichen und einem Teich,

der vom Füllbach gespeist wird. Direkt neben der Grotte führt ein Wanderweg über einen Eichensteg.

Im Rahmen des Kirchweihfestes am kommenden Wochenende soll dem 50-jährigen Bestehen der Mariengrotte gedacht werden.

Eine Prozession startet am Sonntag um 14.30 Uhr an der Kapelle in Hinzert.