Die Filialkirche "Sankt Blasius" in Pölert


 

 

              Foto: http://www.hunsrueck-nahereise.de

Die Filialkirche in Pölert gibt den Anschein, als wäre sie eine typisch barocke Kapelle; tatsächlich
wurde sie 1883 erbaut. Für den Stilrückgriff war vermutlich der leider geopferte barocke Altar verantwortlich.

1220 erscheint Polroth zusammen mit Hinzert im erzbischöflichen Urbar.

1267 wird der Ort als Poeroth und 1327 als Poilrait genannt. Der direkte Hinweis auf den Rodungsort verlor sich im Ortsnamen (1542 Polert).

Mit den erzbischöflichen Gütern wurden Angehörige der Trierer Ministerialenfamilien de Ponte und de Palatio belehnt,

die 1267 als Grundbesitzer bezeugt sind.

Im Feuerbuch von 1563 hatte ein Junker Breitscheid auf der Hungerburg das Lehen und die Grundherrschaft im Dorfe.

1589 war Alexander von Hausen Grundherr. Die Amtsbeschreibung von 1789 nennt keinen anderen Inhaber der Grundherrschaft,

da der Kurfürst die Grundherrschaft zwischenzeitlich zurückerworben hatte.

Dies soll unter Kurfürst Lothar von Metternich (1599-1623) geschehen sein.

Polert gehörte pfarrlich zu Rascheid, als dessen Filiale Polert in den Visitationsberichten seit 1582 genannt wird.

Über die Ortsentwicklung ist wenig Überliefert.

Eine 1707 erbaute Kapelle brannte 1750 ab und wurde durch einen Neubau ersetzt, der heutigen Kapelle .

Katholische Filialkirche St. Blasius

Zur Abbruchkante der Hochfläche gerückter und an die Straßenkreuzung gestellter kleiner Putzbau.

Der dreiachsige, dreiseitig geschlossene, nach Nordwesten orientierte Saal ist Blickpunkt der Brunnenstraße.

Über der abgewalmten Giebelseite findet sich ein viereckiger verschieferter Dachreiter mit Pyramidenhelm.

Die Giebelfront ist schlicht und ansprechend mit Figurennische und Rundfenster über dem rundbogigen Portal aufgelockert.

Das Innere ist über Schräge gerade gedeckt.

Anstelle des barocken Altars des 17. Jh. ist hier seit 1950 ein historisierend neugotischer Baldachin mit Figur des hl. Blasius.

Vom alten Hochaltar stehen seitlich die beiden Figuren Maria mit Jesusknaben und hl. Josef aus dem 18. Jh.

Die Empore wurde nachträglich Anfang des 20. Jh. eingezogen, die Ausstattung ist modern.

Die 1883 erbaute Filialkirche ist eine sehr späte Wiederaufnahme des traditionellen barocken Kapellentyps des Trierer Landes.

Diese wurde auch vom alten barocken Altar motiviert.

Quelle: http://region-trier.cms-test.rdts.de

 


22.11.2016